Die 32-jährige Souda (Marzieh) Ebrahimi Shamsabadi ist nach vorliegenden Berichten von einem Revolutionsgericht in Bandar Abbas zum Tode verurteilt worden. Der Vorwurf lautet „Korruption auf Erden“ (Efsad-e fel-arz). Die politische Gefangene lebt mit Multipler Sklerose und weiteren Erkrankungen. Dem Urteil zufolge sollen außerdem ihr gesamtes Vermögen beschlagnahmt und ihr eine Beschäftigung im Staatsdienst und im öffentlichen Dienst dauerhaft untersagt werden.
Ebrahimi Shamsabadi stammt aus Arak, wuchs in Teheran auf und lebt in Bandar Abbas. Berichten zufolge wurde sie am 29. April 2026 im Zuge verschärfter Sicherheitsmaßnahmen während des Krieges festgenommen. Anschließend kam sie in das Zentralgefängnis von Bandar Abbas, wo sie den vorliegenden Angaben zufolge weiterhin inhaftiert ist.
Vorwürfe und Grundlage des Urteils
Ihr werden unter anderem nachrichtendienstliche und sicherheitsbezogene Aktivitäten zugunsten feindlicher Regierungen, die Beleidigung des Obersten Führers sowie Medien- und Propagandatätigkeit gegen die nationale Sicherheit zur Last gelegt. Weitere Vorwürfe betreffen das Fotografieren eines militärischen Ortes und die Übermittlung von Bildern an persischsprachige Medien außerhalb Irans.
Eine zentrale Rolle soll eine aus größerer Entfernung aufgenommene Fotografie eines Raketen-Einschlagortes spielen. Diese Aufnahme soll sie an ein persischsprachiges Medium im Ausland geschickt haben. Die genannten Vorwürfe bildeten den Berichten zufolge gemeinsam die Grundlage für die Verurteilung wegen „Korruption auf Erden“.

Große Sorge um ihre Gesundheit
Seit etwa sechs Jahren lebt Souda Ebrahimi Shamsabadi mit Multipler Sklerose. Darüber hinaus werden Psoriasis, Narkolepsie und schwere Magenkoliken beschrieben. Angesichts dieser Erkrankungen ist eine verlässliche medizinische Versorgung in Haft besonders dringlich. Ob sie die erforderliche Behandlung erhält, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Wesentliche Fragen bleiben unbeantwortet
Weder die zuständige Gerichtsabteilung noch der genaue Termin der Verhandlung sind aus den vorliegenden Angaben ersichtlich. Auch bleibt offen, ob sie sich von einer selbst gewählten Anwältin oder einem selbst gewählten Anwalt vertreten lassen konnte und welche Möglichkeiten sie hatte, sich gegen die Anschuldigungen zu verteidigen.
Der Fall wird im Zusammenhang mit weiteren Sicherheitsverfahren während und nach dem Krieg geschildert. Gegen mehrere in diesem Zeitraum festgenommene Menschen wurden Vorwürfe wie „Spionage“, „Zusammenarbeit mit einem feindlichen Staat“, „Krieg gegen Gott“ oder „Korruption auf Erden“ erhoben.
Für Soudas Leben eintreten
Öffentliche Aufmerksamkeit kann dazu beitragen, gefährdete Menschen zu schützen. Souda Ebrahimi Shamsabadi braucht wirksamen anwaltlichen Beistand, eine angemessene medizinische Behandlung und Menschen, die ihren Fall sichtbar machen.
Wir fordern die Aufhebung des Todesurteils und unverzüglichen Zugang zu der rechtlichen und medizinischen Hilfe, die sie benötigt. Teilen Sie ihren Fall und unterstützen Sie unabhängige Menschenrechtsarbeit. Setzen wir uns gemeinsam für ihr Leben ein.
Die vorliegenden Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

