Isfahan, 5. Oktober 2026. Alireza Sepahi Badjani und Alireza Raisi Hassan Hendouyi, zwei junge Männer im Zusammenhang mit den Protesten vom Januar 2026, sind im Zentralgefängnis von Isfahan (Dastgerd) hingerichtet worden. Ihre Hinrichtungen sind ein weiterer erschütternder Beleg für die zunehmende Anwendung der Todesstrafe gegen politische Gefangene im Iran.

Beide Männer waren Angeklagte im sogenannten Verfahren um den Alikhani-Platz in Isfahan. Menschenrechtsorganisationen berichten in diesem Zusammenhang von gravierenden Verstößen gegen rechtsstaatliche Mindeststandards, eingeschränktem Zugang zu einer wirksamen Verteidigung und Vorwürfen körperlicher, sexualisierter und psychischer Folter zur Erzwingung selbstbelastender Aussagen. Diese Angaben konnten nicht in allen Einzelheiten unabhängig überprüft werden.

Alireza Sepahi war 25 Jahre alt, Alireza Raisi 21. Sepahi war nach Angaben seiner Anwältin bereits zuvor in Einzelhaft verlegt worden; ein früherer Vollstreckungstermin war nach einem medizinischen Notfall abgebrochen worden. Trotz eines zunächst angenommenen Antrags auf Wiederaufnahme des Verfahrens wurde die Hinrichtung schließlich vollstreckt. Iran Human Rights und Hana Human Rights Organization berichten, dass auch Alireza Raisi am selben Tag im selben Gefängnis hingerichtet wurde.

Die iranischen Behörden begründeten die Todesurteile unter anderem mit Vorwürfen wie „Baghi“, „Feindschaft gegen Gott“, „Korruption auf Erden“ und Handlungen gegen die nationale Sicherheit. Menschenrechtsorganisationen stellen demgegenüber die Fairness der Verfahren und die Verwertbarkeit mutmaßlich unter Folter erlangter Aussagen infrage. Gerade bei Verfahren, in denen Menschen zum Tode verurteilt werden, sind transparente Prozesse, unabhängige Verteidigung und eine wirksame Prüfung aller Beweise unverzichtbar.
Internationale Aufmerksamkeit kann Leben retten
Der Fall von Alireza Sepahi und Alireza Raisi zeigt, wie entscheidend internationale Solidarität und eine breite, verlässliche Berichterstattung sein können. Öffentlicher Druck, die Aufmerksamkeit von Menschenrechtsorganisationen, politische Forderungen demokratischer Regierungen und die kontinuierliche Information der Öffentlichkeit können Hinrichtungen verhindern oder zumindest aufschieben und den Zugang zu rechtlicher Unterstützung ermöglichen. Jede Stimme, die das Schweigen durchbricht, kann für politische Gefangene auf dem Todesstuhl lebenswichtig sein. Deshalb müssen die Namen und Schicksale der Betroffenen sichtbar bleiben, und die internationale Gemeinschaft muss die sofortige Aussetzung aller Todesurteile sowie faire Verfahren nach internationalen Menschenrechtsstandards fordern.
Der Verein Recht auf Leben e.V. verurteilt die Hinrichtungen von Alireza Sepahi Badjani und Alireza Raisi Hassan Hendouyi. Wir fordern ein sofortiges Ende der Hinrichtungen politischer Gefangener, unabhängige Untersuchungen der Foltervorwürfe und die Einhaltung des Rechts auf ein faires Verfahren.

Quellen und weiterführende Informationen:
Iran Human Rights
IranWire
Hana Human Rights Organization
Hinweis: Dieser Beitrag stützt sich auf veröffentlichte Berichte von Menschenrechtsorganisationen, Medien und der iranischen Justiz. Nicht alle Angaben konnten unabhängig überprüft werden.
