{"id":3613,"date":"2023-09-08T11:32:55","date_gmt":"2023-09-08T09:32:55","guid":{"rendered":"https:\/\/rechtaufleben.org\/ral1\/?p=3613"},"modified":"2025-10-15T04:35:10","modified_gmt":"2025-10-15T02:35:10","slug":"geheimnisvoller-tod-im-gefaengnis-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rechtaufleben.org\/ral1\/geheimnisvoller-tod-im-gefaengnis-2\/","title":{"rendered":"Familien von Opfern des Teheraner Regimes sind Repressalien und Gewalt ausgesetzt"},"content":{"rendered":"<!--themify_builder_static--><p>Zunehmende Unterdr\u00fcckung im Iran vor dem Jahrestag des Beginns der landesweiten Proteste gegen die Diktatur: Zur Zielscheibe der Repression werden immer h\u00e4ufiger Familien, die Gerechtigkeit f\u00fcr ihre vom Regime get\u00f6teten Angeh\u00f6rigen fordern und \u00f6ffentlich Solidarit\u00e4t mit der Protestbewegung zeigen.<\/p> <p>Im Herbst 2022 haben Regimetruppen im Iran brutalste Gewalt angewendet, um die Massenproteste gegen die Diktatur niederzuschlagen. Dabei wurden nach Angaben von Menschenrechtlern mindestens 750 M\u00e4nner, Frauen und Kinder get\u00f6tet.<\/p> <p>Familienangeh\u00f6rige der Get\u00f6teten erinnern immer wieder mit Andachten und Mahnwachen an die Opfer. Sie fordern, dass die f\u00fcr die Unterdr\u00fcckung verantwortlichen Regime-Funktion\u00e4re strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.<\/p> <p>Angesichts der systematischen Straflosigkeit im Iran hat Amnesty International alle Staaten erneut aufgerufen, unter dem Weltrechtsprinzip Haftbefehle gegen iranische Regime-Funktion\u00e4re, auch gegen Personen in F\u00fchrungspositionen, auszustellen, die begr\u00fcndeterweise der strafrechtlichen Verantwortung f\u00fcr v\u00f6lkerrechtliche Verbrechen w\u00e4hrend und nach den Protesten verd\u00e4chtigt werden.<\/p> <p>Um erneute Demonstrationen zu verhindern und die Bev\u00f6lkerung einzusch\u00fcchtern, versch\u00e4rft das Teheraner Regime die Repressalien gegen die Familienangeh\u00f6rigen der Todesopfer. Hier Beispiele:<\/p> <p>In der zentraliranischen Stadt Isfahan ist die Familie von Shirin Alizadeh andauernden Verfolgungsma\u00dfnahmen ausgesetzt. Die 35-j\u00e4hrige Shirin Alizadeh wurde am 22. September 2022 von Regimetruppen erschossen. Sie befand sich zusammen mit ihrem Mann Kourosh Vaziri und ihrem 7-j\u00e4hrigen Sohn Daryoush in ihrem Wagen, als die Truppen wahllos auf Demonstranten und Passanten schossen.<\/p>\n<p><em>Kourosh Vaziri und sein Sohn Daryoush am Grab der get\u00f6teten Shirin Alizadeh<\/em><\/p> <p>Kourosh Vaziri fordert Gerechtigkeit f\u00fcr seine get\u00f6tete Frau. Am 17. August wurde er nach einer Mahnwache am Grab seiner Frau vor den Augen seines Sohnes verhaftet und in das Dastgerd-Gef\u00e4ngnis von Isfahan gebracht.<\/p>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/rechtaufleben.org\/ral1\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Shirin-300-2.jpg\">\n<p>Am 23. August wurde auch Shirin Alizadehs Schwester Nasrin (Bild) in Isfahan verhaftet. Sie wird an einem unbekannten Ort festgehalten. Zuvor war ihre Wohnung bei einer Razzia durchsucht worden.<\/p>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/rechtaufleben.org\/ral1\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Nasrin-Alizadeh-150.jpg\">\n<p><em>Mahsa Yazdani mit ihrem Sohn, der von Regime-Milizen get\u00f6tet wurde<\/em><\/p> <p>Am 22. August wurde Mahsa Yazdani, die Gerechtigkeit f\u00fcr ihren get\u00f6teten Sohn fordert, in der nordiranischen Stadt Sari verhaftet. Auch sie wird an einem unbekannten Ort festgehalten. Ihr Sohn Mohammad Javad Zahedi wurde im September 2022 t\u00f6dlich getroffen, als Regime-Milizen in Sari eine Protestkundgebung unter Beschuss nahmen.<\/p>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/rechtaufleben.org\/ral1\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Mahsa-Yazdani-200.jpg\">\n<p><strong>Bei den landesweiten Protesten nach dem Tod von Jina Mahsa Amini im Jahr 2022 wurden Hunderte Personen von den iranischen Sicherheitskr\u00e4ften rechtswidrig get\u00f6tet. Ein Jahr nach den Demonstrationen, die von dem Slogan &#8220;Frau, Leben, Freiheit&#8221; begleitet waren, setzen die iranischen Beh\u00f6rden offenbar alles daran, die Familien der Get\u00f6teten zu schikanieren und einzusch\u00fcchtern, um ihre Stimmen und Forderungen nach Rechenschaftspflicht zu unterdr\u00fccken. Amnesty International fordert f\u00fcr diese Familien die M\u00f6glichkeit, diesen traurigen Jahrestag ohne Repressalien begehen zu k\u00f6nnen.<\/strong><\/p> <p>In einem neuen <a href=\"https:\/\/www.amnesty.org\/en\/documents\/mde13\/7084\/2023\/en\/\">Bericht<\/a> dokumentiert Amnesty International, wie die iranischen Beh\u00f6rden Familienangeh\u00f6rige der Get\u00f6teten willk\u00fcrlich festnehmen und inhaftieren, friedliche Versammlungen auf Friedh\u00f6fen grausam einschr\u00e4nken und Grabsteine zerst\u00f6ren. Im Zuge der landesweiten Proteste, die im Iran nach dem Tod von Jina Mahsa Amini am 16. September 2022 ausbrachen, wurden Hunderte Menschen, darunter auch Minderj\u00e4hrige, von den Sicherheitskr\u00e4ften rechtswidrig get\u00f6tet. Niemand ist bisher f\u00fcr diese brutale Unterdr\u00fcckung zur Verantwortung gezogen worden. Amnesty International ist der Ansicht, dass die grausamen Methoden, die die Beh\u00f6rden gegen trauernde Familien einsetzen, gegen das im V\u00f6lkerrecht verankerte absolute Verbot von Folter und anderer grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe versto\u00dfen.<\/p> <p><em><strong>&#8220;Die Grausamkeit der iranischen Beh\u00f6rden kennt keine Grenzen. Sie versuchen kaltbl\u00fctig, ihre Verbrechen zu verschleiern, und sorgen dadurch bei den betroffenen Familien f\u00fcr noch mehr Leid und Schmerz, indem sie deren Forderungen nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung unterdr\u00fccken und sie sogar daran hindern, auf den Gr\u00e4bern der Get\u00f6teten Blumen zu pflanzen. Der Jahrestag der Proteste steht kurz bevor und die Familien der Get\u00f6teten bef\u00fcrchten, dass die Beh\u00f6rden auf die bekannten repressiven Taktiken zur\u00fcckgreifen werden, um sie daran zu hindern, Gedenkveranstaltungen abzuhalten&#8221;, so Diana Eltahawy, stellvertretende Direktorin f\u00fcr die Region Naher Osten und Nordafrika bei Amnesty International.<\/strong><\/em><\/p> <p>&#8220;Die internationale Gemeinschaft muss den Familien der Get\u00f6teten beistehen, indem sie die iranischen Beh\u00f6rden \u00fcber diplomatische Wege und \u00f6ffentlich dazu anh\u00e4lt, die Rechte auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit im Land zu respektieren. Die Familien sind vor willk\u00fcrlicher Inhaftierung, Bedrohung und anderen Vergeltungsma\u00dfnahmen zu sch\u00fctzen. Die Staaten m\u00fcssen die iranischen Beh\u00f6rden zudem auffordern, alle diejenigen freizulassen, die nur deshalb in Haft sind, weil sie sich f\u00fcr Wahrheit und Gerechtigkeit f\u00fcr die Get\u00f6teten eingesetzt haben. Die gegen sie verh\u00e4ngten Schuldspr\u00fcche und Strafen sind aufzuheben und alle Anklagen gegen Personen, die lediglich ihr Recht auf Meinungsfreiheit wahrgenommen haben, m\u00fcssen fallengelassen werden.&#8221; (\u2026)<\/p> <h3>Menschenrechtsverletzungen gegen Familien, die Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung fordern<\/h3> <p>Die gegen die Familien der Get\u00f6teten ver\u00fcbten Menschenrechtsverletzungen reichen von willk\u00fcrlicher Festnahme und Inhaftierung bis hin zu ungerechtfertigter Strafverfolgung auf der Grundlage vage formulierter Anschuldigungen im Zusammenhang mit der nationalen Sicherheit, die in einigen F\u00e4llen zu Gef\u00e4ngnis- und K\u00f6rperstrafen f\u00fchrten. Dar\u00fcber hinaus wurden Betroffene vorgeladen und von der Staatsanwaltschaft oder Polizei unter Zwang verh\u00f6rt, und einige wurden rechtswidrig \u00fcberwacht. Auch vor der Zerst\u00f6rung oder Sch\u00e4ndung von Gr\u00e4bern schrecken die Beh\u00f6rden nicht zur\u00fcck.<\/p><!--\/themify_builder_static-->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":3615,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"give_campaign_id":0,"footnotes":""},"categories":[64,68],"tags":[],"class_list":["post-3613","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rechtaufleben.org\/ral1\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3613","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rechtaufleben.org\/ral1\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rechtaufleben.org\/ral1\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rechtaufleben.org\/ral1\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rechtaufleben.org\/ral1\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3613"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/rechtaufleben.org\/ral1\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3613\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7438,"href":"https:\/\/rechtaufleben.org\/ral1\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3613\/revisions\/7438"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rechtaufleben.org\/ral1\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3613"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rechtaufleben.org\/ral1\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3613"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rechtaufleben.org\/ral1\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3613"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}